Wenn bei uns im Waldkindergarten Ostern näher rückt, merken wir das nicht zuerst an Dekoration oder Schokoladenhasen – sondern an der Natur selbst. Ostern ist für uns jedes Jahr ein ganz besonderes Fest, weil wir gemeinsam erleben dürfen, wie der Frühling erwacht.
Die ersten warmen Sonnenstrahlen fallen durch die noch lichten Baumkronen, der Boden wird langsam wärmer und trockener, und überall beginnt das Gras zu sprießen. Nach den kalten Wintermonaten genießen wir diese Zeit besonders: Die Kinder sitzen wieder länger im Kreis auf der Wiese, entdecken neue Pflanzen und spüren, dass draußen alles wieder lebendig wird.
Gerade diese Verbindung zwischen Ostern und der aufblühenden Natur macht das Fest im Waldkindergarten so besonders. Für uns sind das die kleinen Wunder.
Übrigens: Wir haben noch freie Plätze ab September 26 und lassen aktuell Familien bei uns schnuppern. Rufen Sie uns einfach kurz an, um einen Termin zu vereinbaren!
Kreativ sein mit dem, was die Natur bietet
In dieser Jahreszeit wird bei uns viel gebastelt und gestaltet – allerdings auf unsere eigene, einfache Art. Wir arbeiten gerne mit Materialien, die wir im Alltag ohnehin finden oder dabeihaben.
Ein Lieblingsprojekt der Kinder ist das Bemalen von Holz mit Wasserfarben. Dabei verwenden wir meist Stücke von Totholz, die wir im Wald finden. Die Kinder bemalen aber genauso gerne alles andere, was ihnen in die Finger kommt: Pappteller, Pappen oder kleine Kartons.
Aus Papptellern entstehen bei uns zum Beispiel kleine Pflanzschalen. Darin machen wir Keimversuche oder ziehen Kresse, sodass die Kinder beobachten können, wie aus einem Samen eine kleine Pflanze wächst. Manchmal verwandeln sich die Pappen auch einfach in bunte Bilder – ohne Plan, aber immer mit viel Freude.
Diese einfachen Bastelideen haben für uns einen besonderen Charme: Die Kinder können fast alles selbst machen, und das Ergebnis sieht immer irgendwie schön und einzigartig aus.
Ein spontanes Osterfrühstück im Wald
Letzte Woche hatten wir eine besonders schöne Idee: Wir haben ganz spontan ein kleines Osterfrühstück im Waldgemacht.
Gemeinsam mit den Kindern haben wir einfache Hafer-Cookies gebacken, die wir anschließend direkt draußen gegessen haben.
Rezept für unsere Waldkindergarten-Osterkekse
Zutaten
- 3 Tassen Haferflocken
- 1 Tasse Cashewnüsse
- ¼ Tasse Schokolinsen
- 50 ml Hafersahne
- 50 g Butter
- 3 TL brauner Zucker
- etwas Zimt
Zubereitung
Alle Zutaten werden miteinander vermischt. Danach gibt man teelöffelweise Wasser dazu, bis die Masse gut knetbar ist. Die Masse wird anschließend als flache Fladen auf ein gefettetes Backblech gedrückt und kurz gebacken. Am besten schmecken sie natürlich direkt draußen im Wald, gemeinsam im Morgenkreis oder beim Frühstück auf der Wiese.
Osternester aus Gipsbinden
Zurzeit basteln wir außerdem unsere Osternester.
Dafür wickeln wir Gipsbinden um leicht aufgeblasene Luftballons. Wenn der Gips trocknet, entsteht eine Form, die wie eine halbe Eierschale aussieht.
Anschließend können die Kinder die Nester ganz nach ihren eigenen Ideen gestalten:
- bunt mit Wasserfarben bemalen
- weiß lassen
- oder von innen mit Goldspray besprühen
So entstehen kleine Kunstwerke, die jedes Kind selbst gestaltet hat.
Wenn die Nester fertig sind, füllen wir sie mit:
- etwas Stroh
- schokolierten Erdbeeren
- Keksen in Osterhasenform
- selbstgebastelten kleinen Osterhasen
- Energiekugeln
Und suchen die vom Osterhasen für uns versteckten Eier dann im noch trockenen, winterlichen Gras.
Kleine Holzanhänger mit Namen
Dieses Jahr haben wir uns noch etwas Neues überlegt: Wir basteln Holzanhänger, in die wir die Namen der Kinder gravieren. Danach dürfen die Kinder ihre Anhänger bemalen und gestalten.
Die Anhänger können später:
- an die Osternester gehängt werden
- an Rucksäcke
- oder als Erinnerung mit nach Hause genommen werden.
Ostern im Wald: einfach, kreativ und gemeinsam
Für uns liegt der besondere Zauber von Ostern im Waldkindergarten nicht in großen Aktionen oder aufwendiger Dekoration. Viel wichtiger sind die kleinen Momente:
gemeinsam basteln, einfache Leckereien backen, draußen essen und beobachten, wie die Natur jeden Tag ein bisschen grüner wird.
Wenn Kinder viel selbst gestalten dürfen, entstehen ganz von allein schöne, persönliche Ergebnisse – und genau das macht diese Zeit im Wald so besonders.
Ostern bedeutet für uns deshalb vor allem: Frühling erleben, kreativ sein und gemeinsam draußen Zeit verbringen.
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Über die Autor*in
Christine Trompka hat über 15 Jahre Erfahrung als Pädagogin mit Kindern und Erwachsenen. Ihr Schwerpunkt war dabei immer das Draußensein, Abenteuer- und Waldpädagogik, tiergestützte Pädagogik sowie traumasensibles Arbeiten.
Christine ist Traumazentrierte Fachberatung DeGPT, Traumapädagogin DeGPT, Heilpraktikerin Psychotherapie und dialogisch-humanistische Traumatherapeutin sowie pädagogische Fachkraft. Sie arbeitet gerne eng und interdisziplinär mit anderen Fachbereichen, Psychiater*innen, Kinderärzt*innen, Psycholog*innen und Pädagog*innen zusammen. Sie bietet verschiedene Gruppen und Einzelangebote für Kinder und Erwachsene an. Sie ist per Email und mobil erreichbar und freut sich über Ihre Anregungen, konstruktive Kritik und Fragen.
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