Bei Traumapäd leben und arbeiten wir mit dem Wissen, dass Menschen vielfältig sind. Einige von uns sind selbst queer oder leben in queeren Familien- und Beziehungsformen. Dadurch bringen wir nicht nur fachliches Wissen, sondern auch persönliche Erfahrungen mit.
In den vergangenen Jahren durften wir bereits Trans Kinder, Jugendliche und ihre Familien auf ihrem Weg begleiten. Dabei haben wir viele Erfahrungen mit Münchner Schulen, Kindertageseinrichtungen, Behörden und dem Hilfesystem gesammelt. Wir kennen sowohl die Möglichkeiten als auch die Herausforderungen, die queere Kinder und ihre Familien im Alltag erleben können.
Gerade im Pride Month möchten wir dem Jugendamt München danken. In unserer Zusammenarbeit erleben wir immer wieder, dass Diversität unterstützt wird und die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ernst genommen werden.
Kinder brauchen Offenheit statt Vorgaben
Wir empfehlen Familien, einen offenen und altersgerechten Umgang mit den Themen Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung zu pflegen.
Kinder profitieren davon, wenn sie wissen, dass Menschen unterschiedlich sein können. Dazu gehört das Wissen, dass manche Menschen heterosexuell, homosexuell, bisexuell oder asexuell sind. Ebenso gehört dazu, dass manche Menschen cisgeschlechtlich sind, andere Trans, nichtbinär oder intergeschlechtlich.
Für Kinder ist es hilfreich zu erfahren, dass all diese Lebensweisen normale Varianten menschlicher Vielfalt darstellen.
Unsere Aufgabe als Pädagoginnen und Therapeutinnen besteht nicht darin, Kinder in eine bestimmte Richtung zu lenken. Wir begleiten offen und wertfrei die Entwicklung des einzelnen Kindes. Wir informieren, beantworten Fragen und unterstützen Familien dabei, aufmerksam und liebevoll hinzuschauen.
Vor dem Einsetzen der Pubertät besteht in der Regel kein Anlass für vorschnelle Entscheidungen. Entwicklung braucht Zeit. Langsamkeit, Offenheit und die Bereitschaft, Veränderungen mitzugehen, sind oft die wichtigsten Begleiter.
Manche Kinder entwickeln bereits früh eine große Klarheit darüber, wer sie sind. Andere brauchen mehr Zeit, um sich selbst zu verstehen. Beides ist in Ordnung.
Wenn ein Kind oder ein Jugendlicher sehr deutlich unter einer Diskrepanz zwischen Geschlechtsidentität und körperlicher Entwicklung leidet, kann gemeinsam mit erfahrenen Fachpersonen überlegt werden, welche Unterstützung hilfreich sein könnte. Solche Prozesse entwickeln sich meist über Jahre und werden individuell mit den betroffenen Kindern, Jugendlichen, Familien sowie medizinischen und therapeutischen Fachkräften gestaltet.
Vielfalt ist normal
Vielfalt zeigt sich nicht nur in Geschlechtsidentitäten oder sexuellen Orientierungen.
Familien können aus einer Mutter und einem Vater bestehen, aus zwei Müttern, zwei Vätern, Pflegeeltern, Adoptiveltern oder anderen liebevollen Bezugspersonen. Entscheidend ist nicht die Familienform, sondern die Qualität der Beziehung.
Kinder brauchen Erwachsene, die ihre Bedürfnisse wahrnehmen, Sicherheit und Geborgenheit vermitteln, emotional verfügbar sind und ihnen das Gefühl geben, angenommen zu sein.
Auch darüber hinaus sind Menschen sehr unterschiedlich. Manche leben mit sichtbaren oder unsichtbaren Behinderungen, chronischen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder psychischen Belastungen. Manche wachsen mit vielen Privilegien auf, andere erleben Benachteiligung.
Für uns bedeutet traumasensibles Arbeiten deshalb immer auch, die individuelle Lebensrealität eines Menschen zu sehen und ernst zu nehmen.
Unsere Angebote
Wir begleiten queere Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien traumasensibel, ressourcenorientiert und ohne Vorannahmen. Unsere Angebote umfassen unter anderem:
- Beratung und Begleitung von Trans Kindern, Jugendlichen und ihren Familien
- Unterstützung bei Fragen rund um Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung
- Familienberatung für queere Familienformen
- Unterstützung bei Schul- und Behördenkontakten
- Psychoedukation für Eltern und Bezugspersonen
- Traumatherapeutische und traumapädagogische Begleitung
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine selbstfinanzierte Transitionsbegleitung in Anspruch zu nehmen. Für Erwachsene bieten wir außerdem eine queersensible Gruppentherapie an, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden können.
Auch queere Familien, die sich Unterstützung bei Erziehungsfragen, Belastungen oder Veränderungen wünschen, sind bei uns willkommen.
Unser Anliegen ist es, Menschen dabei zu begleiten, ihren eigenen Weg zu finden – in ihrem Tempo, mit ihren Fragen und mit der Gewissheit, dass Vielfalt nicht erklärt oder gerechtfertigt werden muss, sondern selbstverständlich sein darf.
Über die Autor*in
Christine Trompka hat über 15 Jahre Erfahrung als Pädagogin mit Kindern und Erwachsenen. Ihr Schwerpunkt war dabei immer das Draußensein, Abenteuer- und Waldpädagogik, tiergestützte Pädagogik sowie traumasensibles Arbeiten.
Christine ist Traumazentrierte Fachberatung DeGPT, Traumapädagogin DeGPT, Heilpraktikerin Psychotherapie und dialogisch-humanistische Traumatherapeutin sowie pädagogische Fachkraft. Sie arbeitet gerne eng und interdisziplinär mit anderen Fachbereichen, Psychiater*innen, Kinderärzt*innen, Psycholog*innen und Pädagog*innen zusammen. Sie bietet verschiedene Gruppen und Einzelangebote für Kinder und Erwachsene an. Sie ist per Email und mobil erreichbar und freut sich über Ihre Anregungen, konstruktive Kritik und Fragen.

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