Kochen mit Kindern - Regenbogen Pasta

 

Regenbogen-Pasta ist weit mehr als nur ein buntes Gericht – sie ist ein Erlebnis. Zwischen Mehlstaub, lachenden Kindern und immer neuen Nudelideen entsteht eine besondere Mischung aus Kreativität, Handwerk und Genuss. Mal sind die Nudeln farbenfroh, mal ganz klassisch – aber immer machen sie Spaß. Und genau das ist der Schlüssel: Die meisten Kinder lieben Nudeln ohnehin. Wenn sie sie dann auch noch selbst herstellen dürfen, wird daraus schnell ein echtes Highlight.

 

Nudeln selbst machen: einfach und vielseitig

 

Der Einstieg gelingt am besten mit breiten Bandnudeln. Diese lassen sich in der Nudelmaschine besonders einfach schneiden und sind ideal für kleine Hände. Doch dabei muss es nicht bleiben:

Kinder sind erstaunlich kreativ, wenn man sie lässt. Aus kleinen Teigplatten entstehen fantasievolle Formen, eigene „Nudelkunstwerke“ oder sogar gefüllte Nudeln, indem zwei Teigstücke übereinandergelegt und zusammengedrückt werden.

Das Schöne daran: Am Ende schmeckt alles. Ob perfekt geformt oder wild improvisiert – die selbstgemachten Nudeln sind immer ein Erfolg.

 

Farbenfroher Teig – ein echter Hingucker

 

Für die Regenbogen-Variante wird der Teig in der einen Variante bereits bei der Herstellung eingefärbt. Statt klarem Wasser verwendet man gefärbte Flüssigkeit, zum Beispiel:

  • Rote-Bete-Saft (roh oder gekocht, püriert und ausgepresst) für kräftiges Rot
  • Spinat für Grün
  • Kurkuma für Gelb
  • Weitere natürliche Zutaten je nach gewünschtem Farbton

Dabei muss das Wasser viel Pigmente beinhalten, sonst ist die Farbe später kaum sichtbar. Dann entstehen mehrere verschiedenfarbige Teige, die anschließend separat geknetet und verarbeitet werden. Besonders spannend wird es, wenn Kinder verschiedene Farben kombinieren oder marmorierte Effekte ausprobieren.

Für mehr marmorierte Effekte und mehr Färbespaß, dafür aber weniger natürliche Zutaten verwenden wir auch öfters Lebensmittelfarben. Sie können günstig als Fläschchen gekauft werden und dann auf die ausgerollten Nudelplatten getropft werden. Dann werden die Platten gefaltet und erneut gewalzt, ein paar mal, bis sich die Farbe durch das Walzen über die Platten verteilt hat. Es kommt zu Mischungen und spannenden Experimenten. Es ist auch möglich, die Farbe in kleine Stückchen Teig einzukneten. Kinder, die das ganze eher wissenschaftlich angehen wollen, kommen bei neuen Farbkombis und Mischungstestungen voll auf ihre Kosten. Andere wollen lieber so viel wie möglich walzen oder Nudeln schneiden. Für eine Gruppe von Kindern sind je nach Alter mehrere Nudelmaschinen sinnvoll.

 

Das Grundrezept für Pastateig

 

Unser bewährtes Basisrezept ist bewusst einfach, ohne rohe Eier und vegan gehalten:

  • 400 g Hartweizengrieß
  • 180 ml Wasser

Beides wird zügig – idealerweise mit dem Knethaken in der Küchenmaschine – zu einem geschmeidigen Teig verarbeitet. Der Teig kann problemlos am Vortag vorbereitet und in Frischhaltefolie im Kühlschrank aufbewahrt werden.

 

Praktische Tipps für die Umsetzung

  • Nach dem Walzen und Schneiden sollten die Nudeln sofort mit Mehl bestäubt werden, damit sie nicht zusammenkleben.
  • Kleinere Kinder brauchen anfangs etwas Unterstützung, entwickeln aber schnell ein Gefühl für den Teig.
  • Kinder dürfen wertfrei einfach etwas mit dem Teig kneten. Kneten ist eine wichtige motorische Übung für alle Altersklassen. Es ist okay, wenn keine Nudeln dabei herauskommen.
  • Zwei Nudelmaschinen sind ideal – entweder vorhanden oder ausgeliehen – damit mehrere Kinder gleichzeitig arbeiten können.
  • Überschüssige Nudeln lassen sich gut trocknen, wenn sie zuvor in Mehl gewendet wurden. So können Kinder auch eigene Erzeugnisse mit nach Hause nehmen und herzeigen und am nächsten Tag kochen. Das funktioniert nicht mit gefüllten Nudeln.

 

Vom Spielen zum Essen

Nach der Herstellung folgt der schönste Teil: das gemeinsame Essen. Die Nudeln passen zu allem, was Kinder mögen:

  • einfache Butter
  • selbstgemachtes Basilikum-Pesto
  • aufwendigere Saucen wie eine Linsen-Bolognese

Gerade wählerische Esser sind oft überrascht: Wer seine Nudeln selbst gemacht hat, probiert sie auch viel eher – besonders, wenn die Füllung oder Form selbst gewählt wurde.

 

Mehr als nur Kochen

Regenbogen-Pasta ist eine ideale Aktivität für Kindergeburtstage im Vorschul- und Grundschulalter, kann aber auch heilpädagogisch oder einfach nur zur Stärkung einer  Gruppendynamik. Die Kinder lernen dabei ganz nebenbei/ Pastamachen kann methodisch eingesetzt werden für:

  • Wertschätzung für Lebensmittel
  • handwerkliche Fähigkeiten
  • kreatives Arbeiten
  • Kooperation
  • unerkannte Fähigkeiten von Freund*innen zu schätzen, die vielleicht sozial sehr oft anecken und deren Fähigkeiten eher übersehen werden.
  • „Schwierige Kinder“ gut in einen Kindergeburtstag integrieren, ohne sie ständig maßregeln zu müssen. (Sie bekommen eine feste Aufgabe, wie eine eigene Maschine und können eher reizarm an einer Seite „ihr Ding“ machen und sich dazwischen immer wieder bewegen gehen)

Und sie können ihre Werke sogar mit nach Hause nehmen: Kleine Portionen lassen sich auf beschrifteten Papptellern, gut bemehlt, transportieren und dann am nächsten Tag genießen. So können Regenboden Pasta auch gut als günstige und sinnvolle Beschäftigung auf einem Kindergeburtstag eingesetzt werden und geben nebenher noch ein Mitgebsel samt Abendessen ab.

Denn eins ist sicher: Die Kinder sind in ihrem Eifer mehr Nudeln zu machen kaum zu bremsen. Pädagogisch durchdacht angeleitet findet jedes Kind seine Aufgabe in der Pasta-Werkstatt. Es ist möglich, Pasta machen auch als Gruppenaufgabe anzubieten, bei der es noch mehr um Kooperation geht: Jedes Kind bekommt nur eine Farbe, man muss tauschen, Expert*innen Einführung an der Walze, an der Schneidewalze oder an der Bemehlungsstation, damit jedes Kind erstmal unverzichtbar wird und Kooperation provoziert wird. Es ist dann immer noch Platz für Kinder, die aufgrund zum Beispiel eines Autismus lieber eine klare Aufgabe die ganze Zeit durchführen und perfektionieren wollen, andere können eher tauschen. 

 

Und auch für Erwachsene ist leicht verstehbar, dass die Form und Schönheit einer Nudeln erstens im Auge des Betrachters liegt und Zweitens einem hungrigen Magen auch eher egal ist. So dass sich Erwachsene gut in ihrem Perfektionismus zurückhalten und Kinder wirklich die Regie übernehmen dürfen. An verschiedenen Tischbereichen werden so entweder viele Linguine geschnitten, oder komplizierte Schmetterlingsnudeln gedreht, Tortellini oder Maultaschen gefüllt oder konzeptfrei mit Teig gebazelt. Alles ist möglich und so kommen alle auf ihre und seine Kosten. Und am Ende werden alle satt oder können das stolzeste Werk zum trocknen mit nach Hause nehmen. 

 

Fazit

Regenbogen-Pasta verbindet Kreativität, Gemeinschaft und Genuss auf eine Weise, die Kinder begeistert. Was zunächst wie ein einfaches Gericht wirkt, wird zu einem kleinen Kunstprojekt – und zu einer Erfahrung, die weit über das Essen hinausgeht. 


Über die Autor*in

 

Christine Trompka hat über 15 Jahre Erfahrung als Pädagogin mit Kindern und Erwachsenen. Ihr Schwerpunkt war dabei immer das Draußensein, Abenteuer- und Waldpädagogik, tiergestützte Pädagogik sowie traumasensibles Arbeiten. 

 

Christine ist Traumazentrierte Fachberatung DeGPT, Traumapädagogin DeGPT, Heilpraktikerin Psychotherapie und dialogisch-humanistische Traumatherapeutin sowie pädagogische Fachkraft. Sie arbeitet gerne eng und interdisziplinär mit anderen Fachbereichen, Psychiater*innen, Kinderärzt*innen, Psycholog*innen und Pädagog*innen zusammen. Sie bietet verschiedene Gruppen und Einzelangebote für Kinder und Erwachsene an. Sie ist per Email und mobil erreichbar und freut sich über Ihre Anregungen, konstruktive Kritik und Fragen.

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